EINSATZMÖGLICHKEITEN

 

Zu keiner Zeit hat sich die Entwicklung in der Landwirtschaft hin zu extensiven, umwelt- und tiergerechten Bewirtschaftungsformen so schnell vollzogen wie in den letzten Jahren. Ständig ändern sich die Produktionsbedingungen, sei es durch Gesetze, Verordnungen oder durch das von Lebensmittelskandalen verunsicherte Verbraucherverhalten. Durch den Wegfall der Direktzahlungen im Rahmen der GAP-Reform ist, für das Überleben der Mutterkuhhaltung, eine absolut wirtschaftliche Rasse von größter Bedeutung.  

Ein immer höherer Stellenwert kommt dem Naturschutz zu. Flächen, die bisher eher intensiv genutzt wurden werden in Grünland umgewandelt, auf dem nicht gedüngt und nicht mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet werden darf. Wiesen und Weiden, die bisher 3-4 mal im Jahr gedüngt und gemäht wurden werden sich selbst überlassen und z. B. in Naturschutzflächen umgewandelt.

Somit sind sie für die Nutzung mit den "konventionellen" Rinderrassen nur noch bedingt geeignet. Die sogenannten Intensivrassen können aus diesen Futtergrundlagen alleine ihren hohen Bedarf nicht mehr decken und müssen unter Umständen sehr kosten- und arbeitsaufwendig zugefüttert werden, um befriedigende Leistungen zu erbringen.

 
Family Romeo
Herbst2008 Maisie

 

Unter diesen erschwerten Bedingungen haben Longhorns sich auf Grund ihrer schon erwähnten Merkmale bestens bewährt. Sie sind in der Lage, auch Grundfutter minderer Qualität in qualitativ hochwertiges Fleisch umzuwandeln. Bei ganzjähriger Aussenhaltung lässt sich durch die frühe Beweidung der Aufwuchs von Disteln, Brennesseln und Ampfer stark zurückdrängen. Durch das wenig selektive Fressverhalten wird der Verbuschung durch z.B. Schlehen oder Brombeeren keine Chance gegeben.

Der ruhige Charakter der Longhorns ist ausschlaggebend für eine schonende Beweidung aller Flächen ohne die großflächige Zerstörung der Grasnarbe durch Trittschäden.

 Sabine Zentis, Gut Laach, 52385 Nideggen                      cvlonghorns@aol.comback top